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Tipps für Eltern von Viertklässlern



Nach dem Halbjahreszeugnis erhalten Sie von der Grundschule die sogenannte Grundschulempfehlung in der steht, welche weiterführende Schule die Grundschule für Ihr Kind empfiehlt. Sie ist ein Anhaltspunkt wohin die "Schulreise" später gehen wird. Grundlage der Empfehlung sind in der Regel die Schulnoten des Kindes in der vierten Klasse. Sind Sie mit dieser Grundschulempfehlung einverstanden, können Sie damit Ihr Kind an der entsprechenden weiterführenden Schule anmelden.

Um die optimale weiterführende Schulform zu finden, sollten Sie sich selbst ein möglichst umfangreiches Bild vom Leistungsvermögen ihres Kindes machen. Einen ersten Anhaltspunkt bieten hier bereits die Schulnoten der dritten Klasse. Unabhängig von den Noten sollten Sie sich bereits frühzeitig beim Klassenlehrer über den Ausbildungsstand Ihres Kindes informieren. Er kann in der Regel am Besten ein Gesamtbild vermitteln und die Stärken und Schwächen Ihres Kindes aufzeigen. Auch der Leistungstand im Vergleich zum Rest der Klasse ist ein verlässlicher Anhaltspunkt. Den Wunsch Ihres Kindes sollten Sie zwar in die Überlegungen mit einbeziehen, ihm aber nicht zu viel Gewicht geben. In dem Alter, in dem der Schulwechsel ansteht, können Kinder in der Regel die Tragweite dieser Entscheidung nicht überschauen und orientieren sich vornehmlich an dem Verhalten ihrer Freunde und Klassenkameraden.

Entspricht die Grundschulempfehlung nicht Ihrer Erwartung, so haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kind an einem Beratungsverfahren teilnehmen zu lassen. Diese Beratung wird an der Grundschule Ihres Kindes von einer externen Lehrkraft durchgeführt. Im Anschluss daran erhalten Sie eine Bildungsempfehlung mit der Sie Ihr Kind an einer weiterführenden Schule anmelden können.

Grundschulen bieten in der Regel auch schon im ersten Schulhalbjahr der vierten Klasse eine Beratungsveranstaltung zu den weiterführenden Schulen an, nutzen Sie diese Chance. Viele Schulen haben zudem auch einen speziellen Beratungslehrer bestimmt, der sich mit der Thematik des Schulwechsels besonders intensiv befasst.

Vor der Anmeldung ist es ratsam, die Schule gemeinsam mit dem Kind persönlich in Augenschein zu nehmen. Die meisten Schulen bieten entsprechende Informationsveranstaltungen an. Hier können Sie Klassenräume, technische Ausstattung der Lehrräume, Zustand und Sauberkeit der Gebäude und - wenn an einem "richtigen Schultag" veranstaltet - auch Lehrer und künftige mögliche Mitschüler in Augenschein nehmen.

Ist es dann soweit und die Termine zur Anmeldung sind bekannt, können Sie Ihr Kind an der weiterführenden Schule anmelden. Bitte melden Sie es nur an einer Schule an! Die betreffende Schule kann Ihnen meist sagen, ob noch ein Platz frei ist. Halten Sie sich an die Anmeldezeiten! Sollten Sie in der Anmeldewoche verhindert sein, rufen Sie die Schule Ihrer Wahl an und vereinbaren einen neuen Termin. Bringen Sie zur Anmeldung unbedingt die Empfehlung der Grundschule und die Geburtsurkunde oder den Pass/Kinderausweis Ihres Kindes mit. Das persönliche Erscheinen Ihres Kindes ist zwar wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig.


Ihr Kind hat "nur" eine Empfehlung für die Realschule?



Wir alle wollen für unsere Kinder nur das Beste und somit ist der Ehrgeiz vieler Eltern, dass Ihr Kind aufs Gymnasium kommt. Doch Kinder entwickeln sich unterschiedlich, dem sollten Sie Rechnung tragen. Die Realschule versteht sich als Schule, die sich der Wirklichkeit in besonderer Weise verpflichtet fühlt. Sie versucht, eine Balance zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen allgemeiner Bildung und berufsorientierenden Bildungsmodulen, zwischen Theorie und Praxis herzustellen.

Die Realschule vermittelt in sechs Schuljahren eine in sich abgeschlossene, erweiterte allgemeine Bildung und ein vertieftes Grundwissen. Sie schafft die Grundlage für praktisch orientierte Berufe, die auch erhöhte theoretische Anforderungen an die jungen Leute stellen, in denen Aufgaben mit gehobenen Ansprüchen an Selbstständigkeit, Verantwortung und Menschenführung zu bewältigen sind. Zusätzlich bereitet sie die Schülerinnen und Schüler auf zahlreiche schulische Bildungsgänge vor.

Nach sechs Schuljahren schließen die Schülerinnen und Schüler am Ende der Klasse 10 mit der Mittleren Reife ab. Mit der erfolgreich absolvierten Prüfung bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

Z.B. Besuch einer auf die Realschule aufbauende (berufliche) Schulart zum Erwerb der Fachhochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife

oder eine Berufsausbildung in Handwerk, Industrie, Handel oder Verwaltung.

Anschlussmöglichkeiten an die Realschule


Aufbaugymnasium: Am Ende der Klasse 6 oder 7, in Einzelfällen auch später, können die Schülerinnen und Schüler auf ein Aufbaugymnasium (ABG) wechseln. Die Aufnahme erfolgt gemäß der "Multilateralen Versetzungsordnung" zunächst allerdings auf Probe und unter bestimmten Notenvoraussetzungen bzw. nach einer Aufnahmeprüfung. Das ABG führt in sieben bzw. sechs Jahren zur Hochschulreife. Besonders Musik, Sport und Naturwissenschaften werden an den Aufbaugymnasien gepflegt. Einige Gymnasien haben ein Internat angeschlossen, in dem die Schülerinnen und Schüler während des Schulbesuchs wohnen können.

An vier allgemein bildenden Aufbaugymnasien mit Internat - Adelsheim, Lahr, Künzelsau und Meersburg - gibt es für Schüler ohne zweite Fremdsprache ab Klasse 11 einen Aufbauzug zum Erwerb des Abiturs. Ganztagesbetreuung ohne Internat bietet das Aufbaugymnasium in Markgröningen (nur sechsjähriger Aufbauzug). Berufliche Gymnasien der sechsjährigen Aufbauform ohne Internat mit dem Profil Wirtschaft gibt es in Schwetzingen, Pforzheim, Göppingen, Freiburg und Offenburg.

Allgemein bildendes Gymnasium: Nach der Realschulabschlussprüfung können besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler mit bestimmten Notenvoraussetzungen in Klasse 11 eines allgemein bildenden Gymnasiums überwechseln und bis zur Hochschulreife gelangen. In der Regel ist dies möglich, wenn ab Klasse 7 die zweite Fremdsprache im Wahlpflichtbereich erlernt wurde.

Berufliches Gymnasium: Hier können die Realschulabsolventinnen und -absolventen unter den gleichen Voraussetzungen wie beim allgemein bildenden Gymnasium das Abitur ablegen.

Fachschulen: Nach abgeschlossener Ausbildung und praktischer Bewährung bieten sich für besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler die Fachschulen an, die nach zwei Jahren zu einem staatlichen Abschluss - z.B. als Techniker/in oder Betriebswirt/in - führen. Wer eine Zusatzprüfung abgelegt hat,kann anschließend auch die Fachhochschulprüfung erwerben.

Einjährige Berufskollegs: Realschulabsolventinnen und -absolventen können nach abgeschlossener Berufsausbildung an den einjährigen Berufskollegs die Fachhochschulreife erlangen.

Berufskolleg: Anstelle einer Lehre können Realschüler eine berufliche Ausbildung auch direkt in einem Berufskolleg beginnen, die zwei oder drei Jahre dauert.


Schickhardtschule, Schickhardtstr. 30, 70199 Stuttgart, Fax: 0711/21691634, Tel. 0711/21691630




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