"Alt trifft Jung" um voneinander zu lernen

Bericht im "Heslacher Blättle" Nr. 5/2007

"Alt trifft Jung" hieß ein Projekt, bei dem von Februar bis April Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren voneinander und miteinander lernen und dabei das Umweltbewusstsein sowie mediale und soziale Kompetenzen stärkten.

Stefan Pförter vom Jugendhaus Heslach ging es vor allem darum, dass dies spielerisch geschah. Zusammen mit Erzieherin Petra Wackenhuth von der Kindertagesstätte Wilde Wanne hat er das Projekt auf den Weg gebracht. Als dritter Kooperationspartner kam das SeniorenNet, eine Computerwerkstatt für Ältere, ins Boot, das zum Initiativzentrum im Generationenhaus Heslach gehört.

Die Teilnehmer trafen sich erstmals im Februar bei Spielen und Quiz in altersgemischten Gruppen, um sich zu beschnuppern und das Ziel des gemeinsamen Ausflugs auszuwählen. Das Haus des Waldes oder das Tierheim Botnang fanden zwar großes Interesse, doch ausgewählt wurde das Sealife in Konstanz, wo die Welt der Wasserbewohner im Rhein sowie Haie und Rochen in der offenen See bestaunt werden können.

Anfang März fand dann der gemeinsame Ausflug statt. Drei Jugendliche der Schickhardt-Realschule und zwei Seniorinnen des SeniorenNets sowie Mitarbeiter vom Jugendhaus Heslach und der Kindertagesstätte standen den 12 Kindern der Wilden Wanne helfend zur Seite, die als Reporter zum Thema "Tiere, Natur und Umwelt" auszogen, um Fische zu fotografieren - natürlich ohne Blitzlicht, damit die Fische nicht blind werden - und um vergnügliche aber auch ernste Fragen, etwa zur Bedrohung der Unterwasserwelt, an Besucher und Mitarbeiter des Sealife zu stellen und auf Minidisc aufzunehmen.

Unbefangen und mit zunehmendem Selbstvertrauen, was sich auch auf die Erwachsenen übertragen hat, machten sich die Kinder schnell ans Werk, nachdem sie von den Jugendlichen gelernt hatten, wie die technischen Geräte zu bedienen waren. Die Erwachsenen wiederum steuerten Fachwissen bei und zeigten interessante Aspekte des Themas auf.

Zurück in Stuttgart wurden die digital gespeicherten Bilder und Interviews in mehreren Treffen gemeinsam am Computer ausgewetet und bearbeitet. Die Bilder wueden ausgeschnitten und laminiert, die besten Ausschnitte der Interviews zu einem Hörbild auf "mp3-Station" zusammengefügt, um dann zu einem bunten Aquarium zusammengestellt zu werden. Das Aquarium ist noch im Erdgeschoss des Generationenhauses zu sehen, um dann am 06. Mai beim Gemeindefest von St. Josef, Finkenstr. 36, gezeigt zu werden.

Das Ergebnis des Projekts gibt Stefan Pförter und Petra Wackenhuth recht, denn es könnte positiver nicht sein: Es hat allen Spaß gemacht und alle haben voneinander gelernt. Die Senioren fanden es, wie Hannelore Bullen erzählt, bemerkenswert, wie unbefangen Kinder Technik anwenden, ohne lange darüber nachzudenken, ob ein falscher Tastendruck etwas kaputt macht. Die Jugendlichen waren, wie Giuseppe Capuana erzählt, überrascht, wie viel Spaß man mit kleinen Kindern und älteren Leuten haben kann und dass wirklich alle voneinander lernen können.

Sicherlich wird das Selbstvertrauen eines Jugendlichen gestärkt, wenn er erkennt, dass Erwachsene auch von ihm etwas lernen können. Nicht zu vergessen die Kinder, denen es mit den Jugendlichen und Senioren Spaß gemacht hat, die viel über Fische und Natur über digitale Kameras und Minidisc sowie über Computer gelernt haben und dabei erkannt haben, wie der 8jährige Sirak und der 9jährige Leander erzählen, dass Computer nicht nur für Spiele und zum Surfen im Internet genutzt werden können.

Und schließlich hat sich wieder einmal gezeigt, dass ein erfolgreiches Miteinander nicht von selbst, sondern durch Kooperationen entsteht, wie sie vom Generationenhaus Heslach und den Mitarbeiterinnen Carola Haegele und Sabine Böhringer immer wieder gefördert werden, weshalb ein besonderer Dank den Herren Rodolf Schmid und Hermann Schmid gilt, die mit ihrer Stiftung das Generationenhaus Heslach ermöglicht haben.


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