Europa - Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund. Realschulseminar kooperiert mit British Council
Netzwerk von Experten und Betroffenen schaffen
REUTLINGEN."Dass der British Council uns als einzige Lehrerbildungseinrichtung in ganz Deutschland für dieses Projekt ausgewählt hat, erfüllt uns alle mit Stolz und Freude. Unsere Bemühungen im Bereich Lehrerbildung werden offenbar auch international gewürdigt und geschätzt". Mit diesen Worten reagierte der Leiter des Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen) in Reutlingen, Dieter Salzgeber, auf das Angebot des British Council und des Kultusministeriums sich am europäischen Projekt "INDIE" (Inclusion and Diversity in Education) zu beteiligen.
Ziel des Projektes, an dem unter der Federführung des British Council Schulen und Bildungseinrichtungen aus mehreren europäischen Ländern beteiligt sind, ist die verbesserte Integration von Schülern mit Mingrationshintergrund. Das "INDIE"-Projekt zielt darauf ab, "Best Practice" und neue Ideen zu diesem Thema zwischen Politikern, Ministerien, Bildungseinrichtungen und Schulleitern auszutauschen. Dabei sollen Leitlinien und Schulentwicklungsprozesse und Handlungstrategien entwickelt werden.
Unterzeichung des Memorandum of Understanding
(Kurzfassung)
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Das Projekt beruht auf der Einsicht, dass gerade in Schulen mit heterogener Schülerschaft "Führung" eine besondere Herausforderung darstellt. Annelie Zeeb, zuständige Referentin im Kultusministerium: "Es freut mich, dass sich der British Council um Baden-Württemberg als Projektpartner bemüht hat." Offenbar sehe man Baden-Württemberg nicht nur innerhalb Deutschands, sondern auch international als recht erfolgreich im Bildungsbereich an.
Der British Council, Großbritanniens internationale Institution für kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen, hat sich im Bildungsbereich die Schaffung tragfähiger Partnerschaften und Netzwerke zur Aufgabe gemacht, um in Europa vergleichbare Probleme gemeinsam zu lösen. Boris Goldberg der für den Britisch Council in Deutschland das INDIE-Projekt betreut, erläutert, "Leadership for the 21st Century" bedeute Verantwortung in globalen, stark ausdifferenziert, durch verstärkte Migration geprägten Gesellschaften zu übernehmen. Nicht nur Entscheidungsträger und Schulleitungen, auch die Jugendlichen heiße es einzubinden.
Parallel zu den kommenden Veranstaltungen für Verantwortliche aus dem Bildungsbereich sei daher geplant, Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren und ihnen Gelegenheit zu geben, Führungsqualitäten im internationalen Kontext zu erproben.
Das Projekt soll in den nächsten Wochen in mehreren europäischen Ländern gleichzeitig mit binationalen Jugendseminaren gestartet werden, zu denen Jugenliche aus Großbritannien und den beteiligten Ländern eingeladen sind. Hier soll das Thema "Leadership for diversity and inclusion" diskutiert, sollen Möglichkeiten für Leistungstrainings angeboten werden.
Zum Jahresbeginn 2008 ist eine Konferenz für Verantwortliche aus Ministerien, Bildungsforscher und Schulleiter in Brüssel angesetzt. Jugenddelegationen, die während der Seminare nominiert wurden, sind eingeladen, ihre Sicht darzustellen. Die Konferenz soll für die Experten wie für die "jungen Experten" Startpunkt zur Gründung eines multilateralen Netzwerkes zum Thema Migration sein. In einer Reihe von Folge-Aktivitäten und Konferenzen soll das Prinzip der parallelen Einbeziehung von Schülern beibehalten werden.
Den Anwärtern im nächsten Jahr will man die Möglichkeit geben, eine Zusatzqualifikation zum Thema interkultuelle Kompetenz zu erwerben, so Direktor Salzgeber: "Für Schulen, die über einen hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund verfügen, werden diese Lehramtsabsolventen zukünftig noch interessanter werden." Außerdem soll sein Seminar im Auftrag des Kultusministeriums bei der Ausgestaltung der Jugendseminare tätig werden. Seminarschlurätin Helga Widmann wird mit einem Trainer im Auftrag des British Council entsprechende Fortbildungseinheiten konzipieren, angehende Lehrer für diesen Bereich zu sensibilisieren. (eg)