Umfrageergebnisse

Vom British Council zur Veröffentlichung freigegeben ab 00.01 Uhr am 29. Februar 2008

Für Schulkinder in Deutschland sind physische Abweichungen wie eine Behinderung oder geringe Körpergröße und mangelnder Reichtum der Eltern die größten Hürden, um in der Schule anerkannt zu werden.

Anderswo in Europa spielen Faktoren wie Hautfarbe und ethnische Herkunft (Italien, Schottland), Sprache (England) oder auch Kleidung (Niederlande, Portugal) eine viel größere Rolle.

Dies ergibt eine aktuelle Umfrage des British Council unter 3500 Schülerinnen und Schülern in neun Ländern Europas. Die Online-Umfrage fand an Schulen statt, die mit rund 45% einen hohen Anteil an Migranten der ersten und zweiten Generation haben.

Mobbing in der Schule ist offenbar in England und Schottland ein weitaus häufigeres Problem als in anderen Ländern Europas, inklusive Deutschlands. Stattdessen sind deutsche Schülerinnen und Schüler im Vergleich die unglücklichsten und am stärksten gestressten in ganz Europa; in Spanien, England, Schottland, Wales und Italien bezeichnen sich Schüler hingegen als durchweg glücklich.

Während Migranten der ersten Generation im europäischen Durchschnitt deutlich häufiger Gefahr laufen, auf dem Schulhof oder in der Klasse gemobbt zu werden, tritt dieses Phänomen in Deutschland seltener auf. Auf die Frage hin, was Integration in ihrer Schule befördern würde, antwortete die Mehrheit aller Schüler damit, dass sie mehr Unterrichtszeit haben sollten, um interkulturelle Unterschiede zu erörtern.

An zweiter Stelle standen konkrete Informationen zur Kultur der Klassenkameraden, an dritter Stelle das Begehen aller religiösen Feiertage. Die Umfrage ist Bestandteil des europaweiten British Council-Projektes "Inclusion and Diversity in Education", das sich der Integration in Schulen widmet.

13- bis 16-jährige Vertreter von 47 der Schulen, die an der Umfrage teilgenommen haben, werden der EU-Kommission in Brüssel am 29. Februar ein Weißbuch präsentieren, das die Umfrageergebnisse und Verbesserungsvorschläge für mehr Integration im Schulalltag enthält. In einem Jahr wird die Umfrage erneut stattfinden.

An der internationalen "Inclusion and Diversity in Education"-Konferenz in Brüssel  waren 20 Teilnehmer aus Realschulen in Mannheim, Riedlingen, Sindelfingen und Stuttgart, Vertreter des Seminars für Didaktik und Lehrerbildung für das Lehramt an Realschulen in Reutlingen sowie eine Vertreterin des baden-württembergischen Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport beteiligt.

Weitere Informationen: Detlef Thelen, T. 030 - 31 10 99 64, detlef.thelen@britishcouncil.de

Zahlen und Fakten

* 3500 Schulkinder zwischen 12 und 18 Jahren (im Durchschnitt 14.3 Jahre) in Europa wurden befragt.

* Die Untersuchung fand an weiterführenden Schulen in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Italien, Portugal, England, Schottland, Wales und im flämischen Teil Belgiens statt. Durchschnittswerte für alle beteiligten Länder verteilen sich auf der Basis von aktuellen Bevölkerungszahlen.

* Diversität und Migration: Die Umfrage konzentrierte sich auf Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. 26% der befragten Schulkinder bezeichneten sich als Migranten der ersten Generation, waren also außerhalb der Länder geboren, in denen die Studie erhoben wurde, weitere 18% als Migranten der zweiten Generation.

* Maßnahmen gegen Selbst-Selektion: Die Umfrage fand online statt, so dass die Gefahr der Selbst-Selektion gegeben war. Die Einladung, an der Umfrage teilzunehmen, erhielten aber nur Partnerschulen des British Council im Rahmen des europaweiten Projekts "Inclusion and Diversity in Education". 96% der Schüler nahmen während der Schulzeit an der Umfrage teil.

* Umfragen des British Council: Der British Council führt weltweit Umfragen als Teil seiner Arbeit durch. Solche Studien stellen eine wichtige Methode dar, Leben und Sichtweisen junger Menschen als einer unserer wesentlichen Zielgruppen abzubilden. Das British Council-Team, das diese Studie zusammengetragen hat, besitzt große Erfahrung mit Umfragen im Non-Profit-Bereich und mit strategischen Untersuchungen für führende Firmen, die an der Londoner Börse notiert sind.



Die Charta

Bei dem Treffen in Brüssel vom 27. bis 29. Februar 2008 haben die Jugendlichen folgende Charta aufgestellt:



Weitere Informationen erhalten Sie hier:

INDIE-Jugendtraining (Schüler berichten)
INDIE-Bericht (Reutlinger General-Anzeiger)
British Council (englisch)

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